«Du musst der Hauptdarsteller sein », Paolo Quirici, Sportdirektor Swiss Golf

Der 51-jährige Tessiner hat auf der PGA European Tour eine erfolgreichere Karriere hinter sich gebracht als jeder andere Schweizer Professional. Bis zu seinem frühen Rücktritt im Herbst 2001 (mit erst 33 Jahren) hielt er sich rund ein Jahrzehnt auf der grossen Tour, nachdem er anfänglich am European Masters in Crans-Montana mit den Plätzen 4 und 5 brilliert hatte.

Quirici hat konkrete Vorstellungen davon, auf welche Weise das Schweizer Profigolf heute vorankommen müsste. Ein Spieler reicht nicht, es braucht eine Bewegung. Quirici nennt als Beispiel die Förderung in Frankreich, wo aus einem Stock von 40‘000 Junioren immer wieder neue gute Spieler hervorgehen. Frankreichs Reservoir ist achtmal grösser als das schweizerische. Quirici stellt fest, dass die Franzosen auf den Tours sehr oft zusammen sind und sozusagen ein Team im Individualsport bilden.

In Quiricis Anfangszeiten auf der Europa-Tour, vor 25 und mehr Jahren, war dies grundlegend anders. Er war ein Einzelkämpfer, weil es, mit Ausnahme des Zürchers André Bossert, keine Schweizer auf dem höchsten europäischen Circuit gab. 

Der Golfsport hat sich seither in fast jeder Hinsicht stark verändert. Heute kann man es kaum noch für möglich halten, aber Quirici spielte seinerzeit noch mit Hölzern, die den Namen verdienten. Mit Hölzern mit Schlägerköpfen aus Holz. Er erinnert sich, dass er als einer der Letzten auf der PGA European Tour auf die modernen Schläger wechselte. Der andere «letzte Mohikaner» mit Hölzern aus Holz war just der deutsche Vorzeigegolfer Bernhard Langer, die zweifache Gewinner des US Masters in Augusta.

So gut seine Karriere war, hat Paolo Quirici natürlich auch seine Lehren gezogen. Ein Beispiel. Ende der Neunzigerjahre spielte Quirici ein Europa-Tour-Turnier in Belgien. Mit in der Dreiergruppe waren zwei starke Spieler mit bekannten Namen. Auf der Runde ertappte sich Quirici dabei, dass er die beiden Mitspieler bewunderte. «Es gibt nichts Schlimmeres» sagt Quirici heute. So gebe er den heutigen jüngeren Profis weiter: «Wenn du auf dem ersten Abschlag stehst, dann bist du der, der handelt. Du bist der Hauptdarsteller. Und wenn du nicht der Hauptdarsteller bist, dann bist du nur der Zuschauer. Und das ist auf keinen Fall gut.» 

Man kann Paolo zu allem befragen, was den Golfsport betrifft, und man bekommt immer eine fundierte Antwort. So kann man ihn auch zum Phänomen Italien befragen. Italien hat 60 Millionen Einwohner, aber nur etwa gleich viele aktive Golfer wie die gut siebenmal kleinere Schweiz: 90‘000. Dennoch stellt Italien den aktuellen British-Open-Champion (Francesco Molinari), eines der grössten Talente im Weltgolf (Matteo Manassero, der allerdings in einer Baisse steckt) und weitere European-Tour-Spieler wie Guido Migliozzi, Renato Paratore, Andrea Pavan, Nino Bertasio oder Edoardo Molinari. Von verschiedenen möglichen Gründen für die auffälligen Leistungs-unterschiede zwischen den Nachbarländern streicht Quirici einen Aspekt heraus: das Schulsystem. Die Unterrichtszeiten von 8 bis 13 Uhr in Italien lässt mehr Möglichkeiten für den Sport – und mithin für den Golfsport – offen als das vergleichsweise ganzheitliche und mehr Zeit in Anspruch nehmende System in der Schweiz.

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