Javier Ballesteros und das schwierige Erbe seines Vaters

Manchmal fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, manchmal ziemlich weit. Äusserlich ist Javier Ballesteros das Double seines legendären Vaters Severiano, in Sachen Golf allerdings muss er viel aufholen.

Zwei Siebner, zwei katastrophale Löcher, beraubten den 24-jährigen Javier Ballesteros in der 2. Runde aller Chancen auf das Weiterkommen an der Swiss Challenge. Für den Sprössling eines der berühmtesten Golfers der Geschichte ist es aber kein Weltuntergang, wenn er sich an diesem Wochenende aufs Trainieren und auf die herrliche Aussicht („Es ist ganz wunderbar hier oben") beschränken muss. Materielle Sorgen hat er nicht, zumal sein Vater schon als Golfer ein gemachter Mann gewesen war und schier zu allem Überfluss eine schwerreiche Bankierstochter geheiratet hatte. Als Javier 14 Jahre alt war, trennten sich die Eltern.

Heute versucht Javier in den Fussstapfen von „Seve" zu wandeln. Er hat sehr viel Arbeit vor sich. Sein Vater hatte im Alter von 24 Jahren unter anderem schon je einmal das British Open und das US Masters gewonnen. Aber Javier ist gewillt, alles zu versuchen. Falls er vom Maestro auch den unzähmbaren Willen geerbt hat, kann es gut herauskommen. In einigen Jahren werden wir es wissen. Sohn eines Vaters zu sein, ist keine Garantie für erfolgreiches Golfspiel. Es kann vielmehr sogar belastend wirken und zum Nachteil gereichen.

Nur wenige Söhne berühmter Väter haben es einigermassen „geschafft". Einer von ihnen ist Kevin Stadler. Der Sohn von Craig Stadler, dem Gewinner des US Masters 1982, hat immerhin je einmal auf der Europa-Tour und auf der US PGA Tour gewonnen. Mit seiner Doppelzentner-plus-Figur ist er das Ebenbild des Vaters, den sie wegen des Seehundschnauzes und der Leibesfülle nur „The Walrus" nannten. Ein noch stärkerer Sohn ist Bill Haas mit sechs Siegen auf dem US-Circuit, darunter der Tour Championship und des FedEx-Cup 2011. Allerdings ist seine erbliche Belastung nicht derart gross, denn Vater Jay Haas hatte in den USA auch nur „normale" Turniere gewonnen, aber keines der vier Majors.

Anders sieht es im Nicklaus-Clan aus. Der Übervater Jack Nicklaus, den viele angesichts der 18 Majorturnier-Triumphe als den besten Golfer aller Zeiten ansehen (vor Tiger Woods), hatte zwei Söhne, die es auf dem Platz zu etwas hätten bringen können. Aber daraus wurde nichts. Gary Nicklaus, mittlerweile 46, blieb ein mässiger bis mittelmässiger Professional ohne jeden Sieg. Den noch schwächeren Stammhalter Jack Nicklaus junior sah man nur dann im Fernsehen, wenn er Daddys Tasche über den Platz trug.

Um ein wirklich ausgeglichen erfolgreiches Vater-Sohn-Tandem zu finden, muss man länger zurückblättern, nämlich in die Jahre 1860 bis 1872. Die Schotten Tom Morris senior und Tom Morris junior, nur Old Tom Morris und Young Tom Morris genannt, gewannen in jener Zeit je viermal das British Open, das älteste Turnier der Welt.

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